Rückschau FMB 2012
FMB 2012 - Abschied und Aufbruch
Zum fünften Mal seit 2007 trafen sich Wissenschaftler, Politiker, Musikpädagogen, Schulleiter und Lehrpersonen am Forum Musikalische Bildung. Bereits zum dritten Mal stand die Veranstaltung unter der Überschrift "Bildung neu denken". Dass dieses Ausrufezeichen keine leere Worthülse blieb, dafür war in erleuchtenden Referaten und engagierten Diskussionen gesorgt. Für musikalischen Zauber sorgten der Chor des Gymnasiums Bäumlihof, Basel, und das Ensemble Krysalid vom Conservatoire de Lausanne.

Musikalische Begrüssung 1. Tag durch Chor Gymnasium Bäumlihof Basel

Musikalische Eröffnung 2. Tag durch Ensemble Krysalid Conservatoire de Lausanne
Wert der Musik erklären
Der Erziehungswissenschaftler Volker Ladenthin sprach über "Bildung - Wissenschaft - Demokratie". Er spannte den Bogen von der antiken Philosophie über Lernformen des Mittelalters bis zur allgemeinen Verfügbarkeit des Wissens der heutigen Zeit. Einer der Hauptreferenten, Neurobiologe Gerald Hüther, musste leider kurzfristig absagen. Ersatzweise wurde eine DVD abgespielt. So kamen die Anwesenden doch noch in den Genuss seines abwechslungsreichen, tiefsinnigen und witzigen Vortrags zum Thema "Wer wir sind und wer wir sein könnten».

Prof. Dr. Volker Ladenthin

Diskussion: Michael Eidenbenz, Prof. Ladenthin und Moderator Jodok Kobel v.l.n.r
Der Rektor des Mozarteums Salzburg, Reinhart von Gutzeit, ist verwöhnt durch die Rahmenbedingungen des Musikschulwesens in Oberösterreich. Auf 1.5 Millionen Einwohner kommen dort 2000 vollamtliche Musiklehrpersonen und das schönste Haus in jedem Ort ist die Musikschule. Kein Wunder hält von Gutzeit auch die humanistischen Bildungsideale hoch. Sinn des Unterrichts sei es, die Sprache der Musik in ihrer Vielgestaltigkeit zu erfassen und zu verstehen und sich in ihr ausdrücken zu lernen. Die Musikschule habe nur Zukunft, wenn sie auf ihrer Fachlichkeit beharre. Im «Schnuppermodus» sei musikalische Bildung nicht zu erwerben.
Reinhart von Gutzeit
Engagement zum Schluss

Die Diskussion um das Fach Musik an der Schule löste zum Schluss des zweitägigen Forums Emotionen und Kontroversen aus. Zum ersten Mal überhaupt fanden sich verantwortliche Vertreter von Musikschulen, Schulen, Pädagogischen Hochschulen und Musikhochschulen auf einem Podium vereint. Jürg Lanfranconi von der Zürcher Hochschule stellte fest, dass die Standards im bundesrätlichen Bericht zum Harmos-Konkordat mit den gegenwärtigen Ausbildungsbedingungen an den Pädagogischen Hochschulen nie und nimmer umzusetzen seien. Hector Herzig zeigte sich als abtretender Präsident des VMS noch einmal kämpferisch für die Sache der musikalischen Bildung, von deren Bedeutsamkeit alle überzeugt, aber zu keiner einvernehmlichen Lösungsfindung in nützlicher Frist fähig seien. Einmal mehr wurde eine massive Unterversorgung an qualifizierten Schulmusik-Lehrpersonen auf der Primar- und Sekundarstufe I angekündigt. Als eine mögliche Massnahme befürwortete die Mehrheit der Debattierenden für diese Stufen die Einführung des Fachlehrerstatus.
Impressionen vom FMB 2012



Am Schluss des FMB 2012 kam dann noch etwas Wehmut auf. Die zukünftige Präsidentin des VMS, Christine Bouvard Marty, verabschiedete den bisherigen, charismatischen Präsidenten und Spiritus Rector des FMB, Hector Herzig, und kündigte das nächste Forum an. Es wird am 24. und 25. Januar 2014 wiederum im TRAFO in Baden stattfinden. Die Verantwortlichen des VMS nutzen die Pause, um das erfolgreiche Konzept des FMB zu überprüfen und – wo erforderlich anzupassen.
Ein ausführlicher Beitrag zum FMB 2012 erscheint in der nächsten Ausgabe der Schweizer Musikzeitung SMZ
Referatstexte werden nach Eintreffen hier veröffentlicht:
Die DVD mit dem Referat von Gerald Hüther kann bestellt werden bei www.auditorium-netzwerk.de E-Mail: info@auditorium-netzwerk.de
Link zur filmischen Zusammenfassung von 3rd Unit Jan Mühlethaler
